Die Magie von Weihnachten steckt in uns

Bereits zum 3. Mal veranstaltete ich mit 3 weiteren Organisatoren das Heiligabend-Essen. Angefangen hat es mit einer simplen Idee. Die Kita, die mein Mann, eine Freundin und ich gründeten heißt Karl & Liesl – nach Karl Valentin, der sagte: „Wir brauchen unsere Kinder nicht zu erziehen. Sie machen uns eh alles nach.“ Das bedeutet für mich: Egal, was ich für meine Kinder will, ich muss es ihnen vorleben. Das ist die nachhaltigste Form der Beeinflussung – Vorbild sein.

Im Jahr 2015 beschloss ich als Mama von drei Söhnen, unseren Kindern Weihnachten im ursprünglichen Sinne zu zeigen. Mit viel Energie, Liebe und dem Engagement fleißiger Helfer wurde bereits Tage vor Heiligabend gemeinsam vorbereitet, geschnibbelt und fleißig gekocht. Am 24.12.2015 wurde dann mit allen Gästen, Helfern und Familien im geschmückten Herrgottseck bei Musik und Geschenken Weihnachten gefeiert.

Die Atmosphäre war magisch. Fremde feierten wie Freunde zusammen. Menschen, die sonst nichts vom Leben zu fordern scheinten, waren hier mutig und bestellten selbstbewusst Essen und Getränke. Natürlich war alles kostenlos. Geschenke gab es auch. Ich brauchte Tage, um diese Magie zu begreifen. Es entzündete mich regelgerecht.

In 2016 veranstalteten wir es im Vierer-Team. Und man spürte wie es nun zur Tradition wurde. Es kamen bekannte und neue Gesichter. Von den 70 Personen in 2015 wuchsen wir auf 100 im Jahr 2016 hoch. Wir hatten nun 2 Locations, in denen wir feierten. Und wir bekamen Geschenke des Hofbräuhauses für unsere Gäste in besonderer Lebenssituation.

Im Jahr 2017 entschieden wir das Essen wieder an nur einem Ort durchzuführen. Wir waren für 120 Gäste vorbereitet. Wieder verarbeiteten wir gerettete Lebensmittel, die wir u.a. vom Tollwood erhielten. Dort nahmen wir in der Nacht vom 23.12. auf den 24.12. die Lebensmittel der Essensstände entgegen. Um 2 Uhr nachts waren wir fertig.

Wir erhielten Spenden als Geschenke, Getränke jeglicher Art und alles, was wir brauchten. Wir dekorierten den Raum und die Tische, stellten gespendete Weihnachtsbäume auf und schrieben Menükarten. Alles sollte feierlich sein. Da wir aus Erfahrung wussten, dass wir wieder viel zu viel von allem hatten, organisierten wir eine Kleiderspenden-Abholung am 23.12.2017 sowie eine Lebensmittelabholung am 24.12.

Am Abend des Heiligabends ging es dann los.

Es kamen die ersten Gäste und langsam ließ die Nervösität nach. Denn die Menschen wurden nicht weniger. Ganz im Gegenteil, es wurden immer mehr und mehr. Wir begrüßten und schenkten Wein ein und gaben jedem ein Namensschild, damit wir uns gleich beim Namen nennen konnten und damit die Anonymität besiegten. Mich freute, dass alle vom letzten Jahr da waren und etliche mehr. Es wurden soviele, dass wir noch anbauen mussten. Am Ende feierten wir mit 150 Menschen Weihnachten.

Mir wurde eines klar. Wir waren an einen Punkt gekommen, an dem die Menschen fest einplanten mit uns Heiligabend zu feiern. Sie verließen sich auf uns. Und diese Vorfreude bedeutet Verantwortung, Commitment und das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun. Ich gebe zu, dass wir nun vor einer Herausforderung stehen. Es ist klar, dass im Jahr 2018 mehr Menschen zu uns kommen werden. Doch wer wären wir, wenn wir nicht auch dafür eine Lösung finden werden. Was auch immer im Jahr 2018 passiert. Klar ist: Wir werden wieder ein Weihnachten in geselliger Runde verbringen – mit guten Gesprächen, ehrlichen Worten und viel Wärme im Herzen.

Vielen Dank an alle Helfer, Pfarrer Schlosser und das Team von Mariahilf und St. Franziskanus meine Orga-Kollegen Andrea, Kathrin und Markus und meine Familie, die sich für jede Idee begeistern lässt und mich bedingungslos unterstützt. Ohne euch wäre all dies nicht möglich.

So wünsche ich allen ein glückliches, gesundes und geselliges Jahr 2018. Ihr wisst ja, wo ihr mich am 24.12.2018 findet. ?

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